Donnerstag, 12. November 2015

Baggersee 29.10.2015

Ausritt am Morgen mit Kaffee mit dem Stallbesitzer.
Die Sonne kam auch tatsächlich  schon gegen 14:00 raus, so haben wir uns spontan 
 entschieden, eine Wanderung (oder Spaziergang?) um einen nahe gelegenen See zu machen. Das tolle Herbstwetter und die Nähe zur Stadt führte zu ein paar interessanten Bildern. 

Dienstag, 10. November 2015

Herbsturlaub zuhause

Leider ist der Urlaub schon wieder vorbei. 
... Wart Ihr weg? 
Nein dieses Mal sind wir zu Hause geblieben. Zwei Wochen im Herbst.
... Und, ist das nicht schade? Zuhause geht die Zeit doch nur vorbei und man weiß hinterher nicht mehr, was man getan hat.
Stimmt schon, wenn man nicht gerade dabei ist, sein Haus umzubauen oder den Garten umzustrukturieren. Das ist aber nicht mein Ding.
... Siehst Du und wenn es wenigstens Sommer ist, dann kann man schwimmen gehen, die Tage sind lange, Biergarten....
Auch richtig. Trotzdem denke ich, dass das wirklich ein ereignisreicher Urlaub war. Wir waren drei mal Wandern, A. hat ihr neues Handy eingerichtet, ich bin zwei Mal den Schimmel geritten... Bin ich geritten oder habe ich eigentlich geritten?.... Eine weitere Platzierung auf dem Weg zur C-Klasse. Allerdings auch noch jede Menge Kim Harrison gelesen und bei einigen Serien aufgeholt. 
... Ok, klingt nach mehr, als in der Türkei am Strand gelegen. Aber nicht viel. 
Ganz schön anspruchsvoll. Es kann halt nicht immer ein Erlebnisurlaub sein. Außerdem denke ich, dass einzelne eindrückliche Erlebnisse mir für meine "wertvolle" Zeit genauso recht sind, wie stressige Tage mit Aneinanderreihungen von Sensationen. 
... Du bist aber leicht zufrieden zu stellen. Kommt mir oberflächlich vor.
Mag sein. Das Qualitätsmerkmal "oberflächlich" ist mir an mir selbst ziemlich egal. Was ich sagen wollte, war: Ich finde es gut, etwas mitnehmen zu können, mich an etwas zu erinnern. Und da können wenige eindrucksvolle Momente mir genauso wertvoll sein, wie der komplett gefüllte Tagesablauf, an dessen Ende ich nur noch meine Erschöpfung kenne.
... Hmmm es soll also was bleiben. Sprich Du willst was lernen.
Wenn lernen auch bedeuten kann, dass man sich noch lange an einen schönen Moment erinnert, dann ja. Ist aber wohl nicht ganz die landläufige Bedeutung

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Schwindian Sommer

Wir hatten gerade einen wunderschönen Tag in der Sonne.

... Wie, hier gab es nur Hochnebel.

Tja, auf 800 Meter war blauer Himmel. Plus lauter bunte Bäume im Sonnenlicht. Zwischendurch auf der Fahrt nach oben kamen wir durch eine Art licht durchströmten Tunnel aus Laubbäumen mit leuchtend gelben Blättern. Leider konnte ich nicht anhalten, um davon ein Bild zu machen.

Dafür gab es an einer anderen Stelle die Möglichkeit vom Parkplatz aus ins Flusstal zu sehen. Ich finde es einen genialen Anblick, wenn der Nebel wie Watte da unten drin liegt, und hier oben ein tief blauer Himmel über Dir ist.

Oben angekommen, machten wir eine kurze Wanderung zu einer Schwarzwaldhütte. Nach Leberspätzle, Heidelbeerkuchen und vielen Bildern von faszinierenden bunten Laubbäumen, ging's dann wieder zurück in das graue neblige Rheintal.




Dienstag, 27. Oktober 2015

Drei Tage mit Schimmel

Der andere Sport 

... Warst Du laufen.

Neeeiiiiin Reiten.

... Ach so. Wart Ihr wieder im Wald? 

Nein, Lehrgang. Unser Verein hatte irgendwann mal die Idee, man könnte mal die Mitglieder an einem Wochenende besonders ausbilden.

... Wie, nehmt Ihr nicht genügend Reistunden?

Darum ging es, glaube ich, nicht. Die ersten paar Male wurde ein Reitlehrer von Außerhalb eingeladen. Der hat dann einen Nachmittag lang immer zwei auf einmal unterrichtet. Der Clou war, dass es ein guter, völlig anderer Reitlehrer war. Sozusagen neues Blut.

... Aaah einen Nachmittag Transfusion. 

So etwa. Ich hatte daran nie teilgenommen, primär bin ich ja schon eher Tänzer und Läufer. Dieses Jahr waren es gleich drei Tage und unsere neue Reitlehrerin am Hof hat die Stunden gehalten. Es war noch ein Termin am Tag frei, und so hatte ich auch mal Gelegenheit, an dem Event teilzunehmen. 

Drei Tage, jeweils eine Stunde und ...  mit einem anderen Pferd.  Unseres sollte schon von meiner Frau geritten werden, also bekam ich einen Schimmel der, relativ selten, im Schulbetrieb geht. Der Gute ist sehr nett, lässt sich brav putzen, satteln und trensen, hat nur einen Nachteil....  Er ist weiß. Außerdem ist er 10 cm größer als unsere und etwas träger. Kaum zu glauben, wieviel das ausmacht. Alle seine Bewegungen sind langsamer, aber auch wesentlich intensiver. Man denkt manchmal, man habe ein Schiff unter sich. 

Es fing am Freitag abend um 18:00 an, leider kein Powertraining ... ich hatte mich bei G. für die ganze Woche abgemeldet, und ging erstaunlich gut. H. lässt lange im Schritt reiten, mit vielen Wechseln und Schenkelweichen wird die Konzentration unsere Pferde gleich von Anfang an gefordert. Dabei soll immer eine stetige aber flexible Verbindung zum Pferdemaul gehalten werden. Ich hatte das vorher schon mal bei ihr mitbekommen, während A. beruflich unterwegs war. Dabei sollen diese leichten Bewegungen aus den aufrecht stehenden Handgelenken einigermaßen gleichmäßig und synchron erfolgen. Auf keinen Fall sollen die Arme dafür benutzt werden. 

Auf jeden Fall würde der Riese tatsächlich schön locker und war wirklich genial zu reiten. Meine Beine wurden mal wieder hauptsächlich korrigiert. Ich muss mir irgendwann mal angewöhnt haben sie viel zu weit hinten, zum Treiben zu benutzen. Der Schimmel korrigierte mich da immer ziemlich zuverlässig, indem er einfach nicht reagierte, wenn es falsch war.

Unsere Stute ist ja immer ganz scharf darauf sich bewegen zu dürfen. Das heißt sie reagiert schon auf den kleinsten Hinweis beim Anreiten,... wenn's dagegen an's Abwenden an ihr unpassender Stelle geht, dann ist der Schenkel genauso ineffektiv. 

... Das war viel unverständliches für den Laien. Geht's auch kürzer? War's anstrengend? Wie ging es den anderen?

Hmmm anstrengend eigentlich nicht so sehr, obwohl ich nach dem Reiten immer nass geschwitzt bin. Man hat so viel zu tun, dass man die Anstrengung oft erst hinterher bemerkt. Ich brauche dann immer eine Viertelstunde Schlaf.

Die anderen? A. hat es sicher gefallen. Sie bekam sogar Traversalen beigebracht.... Die mit mir zusammen unterrichtet wurde, hatte wohl etwas gemischtere Gefühle. Sie wollte wohl auch spektakulärere Dinge tun. Ich fand es toll. Unbekanntes Pferd, Schenkelweichen Sitz- und Schenkelkorrekturen, und am Sonntag noch eine E-Dressur zu Zweit.

Ach ja, der Sonntag. Besonders war. Ich merkte wieviel ein Martingal bzw. sein Fehlen ausmachen kann und ich habe jede Menge Begrenzungshütchen in den Ecken überritten.
Aber am Ende. Ich kam trotzdem erstaunlich gut mit dem trägen Riesen zurecht. Ich hab mit ihm Einiges erfühlt, gelernt was einfach anders ist als auf dem eigenen Pferd. 


Montag, 19. Oktober 2015

Turnierwochenende

Vier Platzierungen!!!!!!

... waaaas? Am vorletzten Turnier hattest Du Dich doch schon damit abgefunden, dass Ihr wahrscheinlich 40 Turniere bis zum SlowFox brauchen werdet. Oder?

Yupp. Und jetzt haben wir 5 Platzierungen auf dem Konto. Jetzt wird es womöglich schwieriger oder länger dauern, die Punkte zu bekommen, als die Platzierungen. Als mir das vor kurzem ein Bekannter gesagt hatte dachte ich bei mir, "Deine Probleme möchte ich haben".

... wie kam's.

Am Samstag war unser Trainer da und hat es genau richtig gemacht. Genau zwei Dinge: Aufrecht und "Zeigen, dass man Freude dabei hat". Allein die Konzentration darauf brachte uns dann zwei mal den zweiten Platz. Gut im ersten Turnier waren wir nur zu viert und die schlechteren und jüngeren beiden Paare waren eigentlich Lateiner. Das war also nichts so Besonderes. Aber im Senioren II Turnier habe wir tatsächlich bei 15 Teilnehmern den Zweiten gemacht.

Ich konnte es kaum glauben. Vielleicht hat man Kredit, wenn man im ersten Turnier schon mittanzt und relativ gut aussieht. Aber vielleicht waren wir auch wirklich gut.

Außerdem haben in den beiden Turnieren drei Bekannte gerichtet. Mein erster Trainer, der uns immerhin jedesmal 3 Kreuze gegeben hat und jeweils ein Teil eines Turnierpaares aus dem Powertraining. Dabei bin mich mir nicht sicher, ob der Mann mich erkannt hat.

R. hat dann in der Endrunde durchweg schlechter gewertet, als das Ergebnis am Ende war, deswegen war ich zum einen extrem über den zweiten Platz überrascht ... ich hatte nur seine Tafel angeschaut ... und zum Anderen auch beruhigt, dass das Urteil bei immerhin 5 Richtern, wohl schon einigermaßen gerecht war.

Den ganzen Samstag war ich wie auf Wolken, soweit das auf meinen schmerzenden Oberschenkeln und krampfenden Zehen möglich war.

... Von den paar Tänzen. Was ist aus dem ehemaligen Marathoni geworden?

Stimmt, das waren fünf Runden a 3 Tänze mal 90 Sekunden. Etwa 22 Minuten zu tanzen.  Im Verlauf von 2,5 Stunden, kaum zu glauben, dass das so viel ausmacht.

Meine TP ist dann noch da geblieben,  mich zog's nach Hause. Ich musste noch einkaufen, A. war bei den Pferden. Ich wollte dort nach ihr sehen,...  Und natürlich den Triumph teilen. Sie war aber gerade ins Gelände gegangen.

Am nächsten Tag war leider der Trainer nicht da. Aber der Vereinsvorstand und seine Frau. Am Anfang war ich froh. Ich wusste, sobald ich sie am Rand sehe werde ich meine Haltung korrigieren. Mit der Zeit wurden es aber immer mehr, zugegeben wichtige Tips....  Und ich kann eigentlich immer nur an eines denken:-(

... Dann wart Ihr nicht so gut.

Zumindest nicht dem Ergebnis nach. Interessant war auch, dass ein Paar, das gestern nicht in die Endrunde gekommen war, am Sonntag dann Zweite wurden. Wir wurden "nur" fünfte bei SII und dritte bei SI. Für Platzierungen hat es jedes Mal gereicht;-) Aber man wird dann plötzlich anspruchsvoller.

Und dann hab ich noch eine Website entdeckt auf der alle Paare, vom Anfänger bis Segatori/Sudol bewertet und in Rangfolge gebracht werden.

Die folgenden Tage habe ich dort und in unserem Startbuch immer wieder, wie im Zwang, nachgeschaut, wann denn endlich die Ergebnisse vom Wochenende angekommen sind....

Kommentiere ich oder nicht?

Gestern war ich mal wieder seit langem in Facebook.

... Und wie war es? Hast Du was gelernt?

Ja, dass eine frühere Tanzpartnerin von mir einen Artikel teilte in dem man sich darüber aufregt, dass die AWO was hauptsächlich für Kinder von Asylanten anbot. Es würden deutsche Kinder diskriminiert.

... Und, was stört Dich dran? Lass sie doch teilen was sie wollen.

Was mich daran stört? Dass irgendwelche Arschlöcher Verteilungskämpfe anzetteln indem sie behaupten die Deutschen kämen zu kurz. 

... Und hast du's geliked?

Von wegen.Es gibt ja dummerweise (noch?) keinen dislike Button. Also bleibt nur Kommentieren. 

... Na irgendwas formulieren, wirst Du wohl hinkriegen. 

Ja schon, aber in dieser Öffentlichkeit. Und dann noch wie? Scharf,  belehrend, schimpfen das schien mir alles nicht richtig. Das Schlimmste war, es war mir unangenehm. Und zwar extrem. Irgendwas gut zu heißen, stellt auch bloß, aber direkt in Opposition zu gehen, wenn viele Unbekannte mitlesen könnten,....

... Feigling.

Richtig genau das hat mich dann motiviert. Also hab ich ein wenig was Belehrendes geschrieben, was zeigt soll, wie hier mit Absicht was anders verstanden wurde, als es gemeint war und dann noch was Ironisches, von dem ich mir nicht sicher bin, ob die Person, die's geteilt hat, es verstehen wird. Aber vielleicht denkt sie ein wenig drüber nach.

... und sind die Hassschergen auf Dich herabgestoßen.

Nein, wahrscheinlich hat es nur die Bekannte gelesen. Sie hat mir die Facebook-Freundschaft nicht gekündigt, mal sehen wie es weitergeht.

Der Ursprung von dem Foto, das habe ich erst später gesehen, wurde auch von genügend Kommentaren beharkt.
 




Freitag, 16. Oktober 2015

Emma Dark Swan gegen Monsanto

Warum sind die Bösewichte bei "Once upon a time" immer gut und attraktiv gekleidet, während die Helden eher wie alternative Laschis aussehen.

... hmmm. was meinst Du. Was deutest Du gerade in eine langweilige Fernsehserie hinein. Gothic ist immer noch in und das Böse auch. Gut ist langweilig, zwar erstrebenswert, aber den Pepp bringen dann doch die Bösewichte in die Story.


Stimmt, ich habe mich die ganze Zeit über Emma, den sog. Saviour geärgert, weil sie nix anders tun kann, als gut auszusehen und ab und zu die Stirn zu runzeln. Jetzt als gothic "Dark One" bekommt sie mal richtig Charakter.


... Du meinst, sie gefällt Dir besser.


Ja, die "Evil Queen" war doch auch immer eine reizvollere Rolle, als die Bürgermeisterin im beigen Wollmantel. Ok, Swans Charakter ist erst mal ungewöhnlich, mal sehen wie sie das weiter ausfüllt. Es wird einfach interessanter. So als mächtige isolierte Person. Sie weiß einiges, trägt jetzt strengen Dutt, kurze Zeit durfte sie im Trägerhemd auftreten, weiße Haare stets strenges Gesicht. Find ich attraktiv.


... Fällt Dir sonst noch was auf? Warum kuckst Du das überhaupt, ist das nicht eher für Kinder.


Nein, nur für Kinder wahrscheinlich nicht. Aber, warum, hmmm... mir gefallen die Kostüme, das Schwarz/Weiß und dann doch noch die Bestrebung von Schwarz zu Weiß zu kommen. Keiner von den Bösen ist das von Grund auf.


... Na und, das ist doch Küchenpsychologie.


Ja, schon, und nicht so moralisierend. Die bösen Charaktere, die mit sich im Widerstreit sind, das will man sehen. Die Guten haben auch dunkle Flecken, und dann immer diese Kostüme und die Zwerge. Das gefällt mir einfach.


 ... wie, nicht moralisierend. Familie, Freunde, Vertrauen, Helfen ... das ist alles gut.


Ja, schon. Wenn's um das direkte Handeln geht, ist die Wahl normalerweise ganz einfach, aber trotzdem sieht man, dass die Konsequenzen nicht immer so sind, wie man sich das vorstellt. Der Krieg im Iran war halt doch nicht das Optimum. Die Situation im Nahen Osten hat sich nur bedingt verbessert.


... War das ein kleiner Gedankensprung? 


Hmmm wohl schon. Die richtigen Maßnahmen im Kampf gegen das Böse sind nicht immer leicht zu wählen. Und was ist eigentlich Böse?

... Das macht doch den Menschen aus, dass er Gut von Böse unterscheiden kann.

Ja ja, und Zweifeln ist des Teufels. 

... was meinst Du denn damit. 


ach nur, dass die Selbstgerechten (Achtung Vorurteil) die immer genau zwischen Gut und Böse unterscheiden können, häufig auch genau wissen, wo der Teufel steckt.


... aber man muss doch irgendwelche Richtlinien haben, was jetzt korrektes Verhalten ist, und was nicht.


Ja, schon, aber das sind persönliche Maßstäbe und allgemeine Gesetze. Da fällt mir ein, Gesetze sind es auch nicht unbedingt, wenn ihr Verstoß nicht geahndet wird. Zum Beispiel wird das weniger als 10 km/h zu schnell fahren außerorts nicht geahndet. (Nehme ich mal an, genau weiß ich das nicht) Also braucht sich da in Deutschland keiner dran zu halten bzw. es hält sich auch keiner dran.


... Du meinst jeder kann persönlich entscheiden, was gut und böse ist und muss sich nicht mal daran halten, was Gesetze vorgeben, solange er keine Strafe befürchten muss.


So stellt es sich mir dar. Nebenbei ist das "Zu Schnell Fahren" ein Verstoß gegen eine Ordnung, aber nur so nebenbei. Gerüchteweise gab es wohl in Griechenland jede Menge Gesetze, nach denen Steuern gezahlt werden mussten, es hat sich nur keiner dran gehalten, weil es nicht verfolgt wurde.


... ahh, die Schlawiner, dabei würden wir das ja auch gerne tun. Gibt es eigentlich noch Gerechte, die tun was Recht ist? Leute die sich an Gesetze halten, weil es richtig ist?


Warum sollten sie das tun. Sie haben zum großen Teil die Gesetze ja nicht gemacht und ihnen auch nicht zu gestimmt. Warum sollten sie sich daran halten, wenn es nicht verfolgt wird, wenn sie es nicht tun.


... Weil es für das Zusammenleben von Menschen notwendig ist, dass Gesetze eingehalten werden.


Ja bis zu einem Maß. Wenn ich durch meinen Gesetzesverstoß tatsächlich und direkt das Zusammenleben gefährde, dann bekomme ich i.A. die Folgen auch bald zu spüren, aber wenn das nur mittelbar ist, warum sollte ich mich daran halten?


... So sind wir alle ein Menge von Chaoten, die nur in Randbereichen reguliert werden.


Ganz so schlimm ist es nicht, wir haben ja schon einige wirksame Instrumente installiert, dass jeder seine Steuern zahlt, nicht ständig andere verprügelt, Banken überfällt. Aber wenn sich die Gelegenheit zu Straffreiheit ergäbe, würde jeder den Safe leeren, der gerade offen herum steht. Wenn einer zu dumm ist, sein Geld weg zu schließen ist er selbst schuld, wenn er es weggenommen bekommt.


... Die Konsequenz ist, dass eine ganze Industrie davon lebt, dass Menschen nicht ehrlich sind. Wäre es nicht eine bessere Welt, wenn ich nicht alles abschließen müsste, wenn ich nicht ständig befürchten müsste, dass mich jemand über's Ohr haut. 


Ja, vielleicht, aber andererseits wird ja diese Selbstsucht des Menschen, der mit allen Mitteln versucht, seinen eigenen Vorteil zu erzielen, auch als Instrument benutzt, unsere kapitalistische Welt im Gang zu halten. Natürlich muss man verhindern, dass gegen Gesetze verstoßen wird, die Findigen aber, die sich einen Vorteil verschaffen können, sind meist die, welche die Entwicklung auch voranbringen.


... und das, egal was es kostet. Für kurzfristige Nutzen werden extrem hohe Risiken für die Nachwelt eingegangen. Im Moment wird davon ausgegangen, dass der Abbau der Kernkraftwerke in Deutschland 47,5 bis zu 77 Milliarden Euro kosten wird. Bis vor ein paar Jahren waren die Dinger die cashcows der Stromerzeuger.


Und, der Gesetzgeber wird das schon regeln. Der geregelte Kapitalismus hat sich bewährt. Er wird alles zum Guten bringen. Die Selbstsucht der Menschen wird schon dafür sorgen, dass sie nichts tun, was sie zu sehr gefährdet. Wenn es noch kein Gesetz gibt, werden schon irgendwelche Interessengruppen dafür sorgen, dass sich jemand darum kümmert.


... Na, Du hast ja Vertrauen. Siehst Du nicht, dass wir auf eine Katastrophe zusteuern? Die Wüsten nehmen zu, das Klima erwärmt sich ständig. Es gibt immer mehr Kriege. Und schuld ist doch dieses so gelobte Profitstreben
, diese Eigensucht, welche die Welt angeblich nach vorne bringen soll.

Ja, schon, aber sind die Gegenbewegungen nicht genauso? Sie stehen zwar moralisch besser da, als die Kapitalisten aber im Grund nutzen sie das System genauso für ihre Interessen. Und das können und sollen sie auch. Und zwar wegen dieses Systems das jedem weitreichende Freiheitsrechte einräumt. 

... Ich finde das ganz schön zynisch auf diese Art Monsanto oder die japanische Walfangflotte und Greenpeace auf eine Stufe zu stellen. 

So, Du sagst also: die einen sind nützlicher als die anderen. Oder: woran entscheidest Du, wer zu fördern und wer zu bekämpfen ist?

... Das ist doch einfach. Das sagt einem der gesunde Menschenverstand. Die einen tun gutes, wenn das jeder täte, ginge es der Welt besser, den anderen muss man ständig auf die Finger schauen und klopfen.

Ah der kategorische Imperativ. Jetzt wird's philosophisch. Ich muss zugeben, der passt nur bedingt zum kapitalistischen System. Es ist komplizierter, zum einen möchte man Eigeninitiative fördern, z.B.: wenn die medizinischen Bedenken von Einigen in Gesetze gegossen worden wären hätte die Eisenbahn zu ihrer Zeit nie schneller als ein Pferdefuhrwerk fahren dürfen, zum anderen scheint man immer hinterher kehren zu müssen. 

Aktuell ist es so, dass in kritischen Bereichen wie z.B. Nahrungsmittel, Medikamenten und auch Umweltschutz jede Menge Vorschriften zu verhindern versuchen, dass die Eigeninitiative nicht zu großen Schaden anrichtet. 

... Ja und die Gesetze schreibt die Lobby.

Plus ein paar Politiker, die wiedergewählt werden wollen. Außerdem gehören die sog. Umweltverbände, Gewerkschaften oder NGOs auch zur Lobby. Das ist doch die Idee daran.

... Ihre Mittel sind aber wesentlich geringer. 

Dagegen können wir ja was tun. Mir ist das System jedenfalls wesentlich lieber, als der sog. "Gute König" oder "die Diktatur der Proletariats". Oder was stellst Du Dir vor?

... Ich stelle mir gerade vor, was eine seichte Fernsehserie wohl mit Emanuel Kant zu tun hat.