Sie sagt, das kenne und könne sie so nicht, sie müsse den Takt erkennen und ständig hören.
Das ist mir ein wenig ein Rätsel. Aber OK.
Ich finde es spannend wenn die Musik oder der Sänger mich zwingt das (innere) Metronom anzuhalten oder zu beschleunigen. Interessanter Weise kann das mit einem Gefühl der inneren Anspannung und Entspannung einhergehen.
Ist das der Grund warum Leute den Kopf schütteln, wenn ich erzähle, dass der kurze Moment des Hinausziehens eines Tones über die Taktgrenze hinweg bei mir zu einer Gänsehaut geführt hat? Ich finde das schade für sie und verzweifle fast daran, wenn ich's ihnen nicht erklären kann.
Hmmm. jetzt frage ich mich:
Welche Möglichkeiten Kunst zu erleben sind mir verschlossen?
Aber warum sollte ich das denn haben wollen. Welche Art von Sozialisation haben Menschen erlebt, die sich von einer 1x3 Meter großen Leinwand in Begeisterung versetzen lassen, auf der Farbe quasi ausgekippt wurde?
Und ..., kann ich nicht erwarten, dass ein Künstler sich bemüht, auch mich, im Rahmen meiner Erlebnismöglichkeiten, anzusprechen?
... Jetzt reicht's mir. Vieles von dem, was sogar Du als wertvolle Kunst akzeptierst, wäre gar nicht entstanden, wenn der Künstler sich um seine Empfänger oder Konsumenten gekümmert hätte?
Und dann wurde das Werk nur für den Schaffer erzeugt?
... vielleicht. Vielleicht freut sich der Künstler dann auch noch wenn er feststellt, dass Andere seine Vorstellungen nachvollziehen können.
Ja, hilft i.A. auch beim Überleben. Und wie erkenne ich dann "des Kaisers neue Kleider?"
... dass Dir Schwaben das wichtig ist, wundert mich mal wieder nicht. Kauf's doch einfach nicht, wenn's Dich nicht anspricht.
Und wenn Steuermittel dafür ausgegeben werden?
... dann freu Dich, dass Du quasi für Umme in die Lage versetzt wirst, dass ein Kunstwerk, das Du Dir nicht erworben hättest (können?) Deinen Erfahrungsschatz erweitern kann.
Meinen, oder den von irgendwelchen Eliten oder reichen "Bildungsbürgern"? Das Gros der Bevölkerung kann mit Einigem doch gar nichts anfangen und wird es auch nie verstehen können.
... tja da hat der Staat wohl auch noch die Aufgabe, Fortschritt zu unterstützen.
Ahhh sowas wie Grundlagenforschung?
... Jupp wenn Du so willst.
... Unbedingt. Wenn Du immer nur Bekanntes genießt wird das doch irgendwann schal. Oder?
Nein, eigentlich nicht. Es wird immer wieder ein wenig variiert. So wie im Moment so ein Flüsterstimmchen Chaka Khans " Ain't Nobody " in die Charts gebracht hat. Dafür brauche ich keine Erweiterung meines Horizonts.
... na vielleicht doch. Es gibt nicht wenige, die die neue Interpretation ablehnen und andere, die das alte verstaubt finden.
Das ist aber doch nur Geschmack.
... OK. passt dann vielleicht nicht. Was könnte denn Deinen Horizont erweitern. Was verstehst Du im Moment nicht, oder lehnst Du sogar ab.
David Bowie. Aber auf den habe ich auch überhaupt keine Lust.
... Ist vielleicht auch nur Geschmack.
Ja, kann sein. Ich finde den einfach komisch, langweilig und unmelodisch. Und ich glaube nicht, dass 10 Mal anhören daran was ändern kann.
... das Beispiel war schlecht gewählt. Ich glaube, Du hast eine Aversion gegen den Typen.
Hmmm am Typen liegt es nicht. Peter Gabriel finde ich durchweg gut.
... wie steht's mit wirklich progressivem? Freejazz.
Sorry. Eine Zeitlang OK. Aber irgendwann ist es für mich nur Gedudel. Meist gefallen mir noch die Anfänge wo die Grundlage noch zu erkennen ist, dann noch ein paar Variationen, danach ist aber Schluss. Und Schlagzeugsoli finde ich bis auf das von "Take Five" langweilig.
... 12Ton Musik
Hmmm, habe ich schon lange nicht mehr probiert. Das könnte aber irgendwann wirklich interessant werden. In der Schule mussten wir x-Mal Atmosphere von Ligeti hören und irgendwann fand ich Klangflächen genial. Ich glaube bei Alan Parsons. "Tales of...." hat man sie auch im Pop zu hören bekommen.
... im 19. Jahrhundert gab's die aber schon. Zumindest hat der Simplicissimus sowas veröffentlicht.
Vielleicht war's auch noch früher. Auf jeden Fall wurden die allmählich eingeführt und plötzlich war jeder in der Lage Menschen auf solchen Zeichnungen zu verstehen.
... Fällt mir schwer zu glauben. Jeder, der versucht, einen Menschen zu malen, erzeugt doch sowas.